Embrace Taiwan 2012

Eat. Discover. Record.

Daoismus für Anfänger / Daoism for beginners

Das Dorf, in dem ich in Taiwan wohne, heißt Songshan (Pinienberg) und ist in den letzten 150 Jahren rund um ein zentrales Tempelgebäude entstanden. Ich hatte das Glück, dort mit dem Tempelmanager reden zu können, der mir gemeinsam mit meinen taiwanesischen Freunden einiges über die Rituale in einem taoistischen Tempel erklärt hat.

In dem Video geht es um die Kommunikation mit den Göttern mittels halbmondförmiger Holzstückchen, den „Boi“.

Als Gläubiger kann man in den Tempel gehen und dort die Götter um Rat fragen oder um etwas bitten, zum Beispiel wenn einem eine schwere Prüfung bevorsteht. Um die richtige Antwort zu erhalten, muss man zuerst einen Bambusstab aus einem Kelch ziehen, auf dem eine Nummer markiert ist. Als nächstes fragt man die Götter mit Hilfe zweier Boi, ob das auch wirklich die richtige Nummer ist. Im Video erklärt der Tempelmanager, dass man die Antwort daraus ablesen kann wie rum die beiden Halbmonde auf den Boden fallen (siu-pue – ja, im-pue – nein, ts’io-pue – vielleicht). Erst wenn man dreimal hintereinander ein Ja erhält, hat man den richtigen Bambusstab gezogen, bei einem Nein muss man eine andere Nummer ziehen. Hat man die richtige Nummer mit drei Jas darf man aus einer ebenso nummerierten kleinen Schublade einen rosafarbenen Zettel ziehen, auf dem eine Antwort auf die gestellte Frage zu finden ist. Dieses Ritual (das mir ehrlich gesagt ein wenig  nach Glücksspiel aussieht) kann ständig in den Tempeln beobachtet werden, und wird auch von vielen jüngeren Leuten durchgeführt!

Eine weitere beliebte Aktivität ist das Verbrennen von Papiergeld in einem kleinen Ofen. Je nach Art des „Geldscheins“ gilt dies Göttern, Geistern oder den eigenen Vorfahren, die letzteren brauchen das Geld für ihr Leben nach dem Tod.
Taiwan hat nachweislich die höchste Tempeldichte auf der ganzen Welt, was in der sehr ländlichen Gegend rund um Chiayi noch stärker ausgeprägt ist. Ich bin mir sicher dass ich mich am Ende meines Aufenthalts hier mit Tempeln sehr gut auskennen werde!
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My home village in Taiwan is called Songshan (pine hill) and has evolved in the last 150 years around a central temple complex. I had the unique opportunity to talk to its temple manager, and he and my Taiwanese friends explained to me some of the Taoist rituals held there.

In the video we talk about the halfmoon-shaped wooden objects, the “boi”. Worshippers would go to a temple to ask the gods for help or advice, for example when facing an important exam. To receive the right answer, they first have to draw a bamboo slip which has a number written on it from a large goblet. Next the person has to ask the gods if this is the right number using two of the boi. The temple manager explains how the way the two boi fall on the floor will give you an answer (siu-pue – yes, im-pue – no, ts’io-pue – maybe). Only if you achieve to throw three times yes in a row the gods agree that this is the right number. You may then open a small drawer with the same number as your bamboo slip and take out a piece of paper with an answer to your question. This ritual can be observed in Taiwanese temples all the time and also younger people are using it for example when facing important decisions.

Another popular activity is the burning of paper money in a small oven next to the temple. Depending on the “bank note” this is devoted to gods, ghosts or one’s own ancestors, the latter of which need the money in their afterlife.

Taiwan demonstrably has the highest density of temples per person in the whole world, which is even more pronounced in the rural area around Chiayi. I am confident that at the end of my stay here I will be able to call myself a true temple expert!

Thanks a lot to Ching, Kikiuna, Kikidos and Alfee for translating and explaining!

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Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am November 23, 2012 von in Sehenswürdigkeiten / sights, taiwanesische Besonderheiten / Taiwanese peculiarities.

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